Ich habe Hitler überlebt, dann überlebe ich auch Putin!

Q1 besucht das Projekt „Gegen das Vergessen“ in Ibbenbüren

Im Rahmen der historisch-politischen Bildungsarbeit besuchte die Q1 das Projekt „Gegen das Vergessen“ in Ibbenbüren. Ziel des Projekts ist es, die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten und zugleich Bezüge zur Gegenwart herzustellen. Gerade diese Verbindung machte den Besuch für die Schülerinnen und Schüler besonders eindrücklich.

Ein zentraler Bestandteil war die Filmvorführung „Schwarzer Zucker, Rotes Blut“, die die bewegende Lebensgeschichte der Holocaust-Überlebenden Anna Strishkowa erzählt. Anna wurde bereits als Baby ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Sie kannte nicht einmal ihren eigenen Namen, da sie im Lager ausschließlich unter einer Häftlingsnummer geführt wurde. Von ihrer Familie wurde sie bei der Ankunft getrennt – die meisten ihrer Angehörigen überlebten den Holocaust nicht. Der Film zeigt eindrucksvoll die lebenslangen Folgen von Verfolgung, Verlust und Entwurzelung, aber auch Annas außergewöhnliche innere Stärke und ihren Überlebenswillen.

Anna Strishkowa lebt heute in Kiew (Ukraine). Der russische Angriffskrieg brachte erhebliche Herausforderungen für die Arbeit am Film mit sich: Dreharbeiten und Recherchen waren nur unter erschwerten Bedingungen möglich, teils begleitet von Unsicherheit, Luftalarm und der ständigen Bedrohung durch den Krieg. Gerade dadurch gewinnt der Film eine besondere Aktualität und Eindringlichkeit, da Annas Geschichte nicht nur von vergangenen Verbrechen erzählt, sondern auch von einem Leben, das erneut von Krieg geprägt ist.

Im anschließenden Zeitzeugengespräch berichtete Anna Strishkowa persönlich von ihren Erfahrungen. Besonders beeindruckte die Schülerinnen und Schüler ihre starke Persönlichkeit und ihr unerschütterlicher Lebensmut. Mit ihrem Satz „Ich habe Hitler überlebt, dann überlebe ich auch Putin“ schlug sie eine eindringliche Brücke zwischen der Geschichte des Nationalsozialismus und den aktuellen politischen Konflikten unserer Zeit.

Die Begegnung verdeutlichte die Dringlichkeit der Thematik und regte zahlreiche Gespräche und Fragen an, die weit über das normale Unterrichtsgeschehen hinausgingen.

Am kommenden Donnerstag wird die Q1 im Zuge des Projekts erneut nach Ibbenbüren fahren und dort Gespräche mit weiteren Zeitzeuginnen und Zeitzeugen führen. Dadurch erhalten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die Auseinandersetzung mit der Geschichte weiter zu vertiefen und unterschiedliche persönliche Perspektiven kennenzulernen.

 

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