Projektwoche an der GLT: Respekt, Kreativität und Teamgeist

Erste gemeinsame Projektwoche an beiden Standorten – 52 Angebote öffnen neue Perspektiven

Schon beim Ankommen ist klar: Diese Woche ist anders! Keine Glocke reißt die Klassen auseinander, kein starres Stundenraster diktiert den Tag. Stattdessen sitzen Grüppchen auf Fluren, basteln im Werkraum, filmen, tanzen, kochen, machen Sport oder diskutieren auf dem Pausenhof. Das gemeinsame Arbeiten abseits des Stundenplans bringt eine besondere Ruhe – und gleichzeitig eine ganz neue Energie. Besonders spannend ist die Begegnung der Jahrgänge. Ältere und Jüngere lernen sich neu kennen. Viele sagen, dass genau das das Beste an der Woche sei: Man entdeckt, wie viel man voneinander lernen kann.

Die Gesamtschule Lengerich/Tecklenburg wagt mit ihrer ersten großen, standortübergreifenden Projektwoche Neuland. Über 50 Projekte stehen zur Wahl – und sie alle drehen sich um ein zentrales Thema: Respekt. Das ist kein Zufall. Schon im vergangenen Schuljahr wurde im Rahmen des Projekts „Denk-Mal-Werte“ der Wert „Respekt“ als Schulwert festgelegt und mit einem großen Wertschätzungstag in der Gempthalle gefeiert. Jetzt soll das, was damals feierlich beschlossen wurde, mit Leben gefüllt werden.

Die Themen sind so vielfältig wie die Schule selbst: Im Musikraum texten Jugendliche Songs über Toleranz und Vielfalt. Im Kunstraum entstehen Plakate gegen Diskriminierung. Nebenan drehen andere Stop-Motion-Filme über Zivilcourage oder Inklusion. Und wer es handfest mag, hämmert und schraubt an bunten Nistkästen, um den Vögeln im eigenen Garten zu helfen.

In einem Klassenraum wird konzentriert an einem Theaterstück geprobt. „Alle gegen Anke“ heißt es – eine Geschichte gegen Mobbing, die unter die Haut geht. Nicht weit entfernt planen Jugendliche einen Flohmarkt, um Geld für soziale Projekte zu sammeln und nebenbei ein Zeichen gegen Wegwerfmentalität zu setzen.

Und dann gibt es noch die, die es technisch mögen: Beim Projekt „Respectronics“ bauen und programmieren Schülerinnen und Schüler LEGO-Roboter. In einem anderen Raum erkundet eine Gruppe die Funktionsweise eines 3D-Druckers und lässt anschließend selbst entworfene 3D-Objekte ausdrucken.

Auch Gäste von außen bringen neue Impulse: Ein Jugendoffizier diskutiert mit Neuntklässlern über Frieden und Sicherheit in Europa. Eine andere Gruppe darf Feuerwehr und THW besuchen und erfahren, was es heißt, Verantwortung für andere zu übernehmen.

Die Stimmung auf dem Gelände ist voller Energie – aber anders als im normalen Schulalltag. „Die sind alle total konzentriert, aber dabei richtig entspannt“, sagt eine Lehrerin und schaut in einen Raum, in dem leise Musik läuft, während Köpfe über Skizzen brüten. „Und Respekt ist hier nicht nur ein Wort – es wird echt gelebt.“

Präsentiert wurden diese Ergebnisse am Donnerstagvormittag in den letzten beiden Stunden – eine Gelegenheit für alle, sich ein Bild davon zu machen, woran die anderen gearbeitet haben. Dazu gehörten selbst gedrehte Filme, gebaute Objekte, Theateraufführungen, Songs, Regeln für Fairplay und sogar ein internationales Kochbuch.

Für viele steht jetzt schon fest: So eine Woche darf es nicht nur einmal geben! 

Denn sie zeigt, was Schule sein kann – ein Ort, an dem man gemeinsam etwas gestaltet, voneinander lernt und dabei ganz nebenbei herausfindet, was Respekt wirklich bedeutet.

Hier ein paar Impressionen:

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